Lesung auf dem Speicher in Winningen

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Vinothek Winningen

„Ein Kaffee zum Mitholen, bitte!“ – unter diesem Titel stand meine Lesung am Sonntag, den 24. Januar, in der Vinothek im Winninger Spital. Der Titel war so zugkräftig, dass über 50 Besucher den Speicher der Vinothek füllten. In dem „schwer vollen“ Saal schmunzelten die Zuhörer über die liebenswerten Eigentümlichkeiten in den Dialekten von der Moselmündung bis nach Luxemburg und über die schelmischen Geschichten um diese Eigentümlichkeiten herum. Ich hatte die Gelegenheit, sowohl aus dem „Kaffee zum Mitholen“ als auch aus dem „Majusebetter!“ vorzutragen. Obwohl meine Beispiele aus allen Ecken des Moselfränkischgebiets kamen, konnten doch auch die Winninger alles leicht „beköbbe“ (beköpfen, d.h. verstehen). Ich selbst habe natürlich auch wieder viel gelernt bei den Gesprächen in der „Schöbbsche“-Pause und in der Fragerunde nach der Lesung. Ich habe mich sehr gefreut, Gerhard Löwenstein (Autor von „Su schädzemer: Schreibweise, Wortschatz, Redensarten der Winninger Mundart“) zu treffen, der mir „live“ die besonderen Tonpaare aus seinem Dialekt vorsprechen konnte. In Winningen unterscheidet man beispielsweise die Einzahl und die Mehrzahl von Baum nur durch den Tonverlauf: Bei „Baam“ (Baum) fällt der Ton über dem „aa“ ab, bei „Baam“ bleibt er konstant.

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Yvonne Treis im Gespräch mit Gerhard Löwenstein

Wer den Winninger Wein-Lese-Abend verpasst hat, bekommt im Mai eine neue Gelegenheit eine Lesung zu besuchen: Am 22.5. werde ich im Heimatmuseum Güls zu Gast sein. Von Winningen aus ist das ja nur ein Katzensprung.