Sommergrippe, Vogelgrippe, Futtergrippe und andere schlimme Krankheiten

Gestern Abend (12.6.2015) fand eine weitere Lesung zu meinem Buch in Polch (Kreis Mayen-Koblenz) statt, organisiert von der rührigen Kulturinitiative Maifeld e.V. Die Veranstaltung war gut besucht, die Besucher konnten nicht nur einen „Kaffee zum Mitholen“ hören, sondern auch trinken, es wurde gelacht und über unser Platt diskutiert. Wie immer hatten die sprachinteressierten Zuhörer Ideen, Anregungen und Fragen zu möglichen weiteren Texten über den moselfränkischen Dialekt mitgebracht.

Lesung im evangelischen Gemeindezentrum Polch

Lesung im evangelischen Gemeindezentrum Polch

Folgenden ganz besonderen Schatz zauberte ein Zuhörer aus der Hosentasche, nachdem ich von den Aussprachebesonderheiten, die wir Dialektsprecher ins Hochdeutsche mitnehmen, erzählt hatte:

Achtung, Futtergrippe im Anflug!

Achtung, Futtergrippe im Anflug!

Er hatte mir die Bonuskarte einer Mendiger Pommesbude mitgebracht. Der Imbiss nennt sich „Futtergrippe“. Nein, bei der „Futtergrippe“ handelt sich nicht um eine unbekannte (möglicherweise ansteckende) Krankheit, die zu vermehrtem Konsum von Currywürsten und Schaschlikspießen führt! Bei der Namensgebung hat sich einfach nur jemand mit Dialekthintergrund in der Rechtschreibung vertan. Die Moselfranken mögen harte Wortanfänge vor „l“ und „r“ und sprechen „Griechen“ wie „Kriechen“ und „Blatt“ wie „Platt“ aus. Und da wir keinen Unterschied zwischen „Krippe“ und „Grippe“ machen, kann man in der Rechtschreibung schon einmal durcheinanderkommen.

Es soll ja in einem ungenannten Moseldorf an Weihnachten auch schon „Grippenausstellungen“ gegeben haben …